News vom 07.08.2010
Bestechung ist auf dem Balkan alltäglich
In den Balkanländern gehört die Bestechung einfach dazu und die Korruption nimmt derzeit mehr denn je zu. In praktisch allen Bevölkerungsschichten ist das Gesetz des Gebens und Nehmens voll akzeptiert. Im letzten Jahr haben in Serbien ein Fünftel aller Bürger Bestechungsgelder bezahlt. In Bulgarien, das immerhin schon zu EU gehört, ist es nach Informationen des Zentrums zur Erforschung der Demokratie (ZID) sogar jeder Vierte, der Schmiergeld bezahlt.
Für praktisch alles muss in den Balkanländern Bestechungsgeld gezahlt werden, denn es fängt schon bei der Geburt eines Kindes an. Möchte die Eltern eine halbwegs menschenwürdige Behandlungen bekommen, ist Schmiergeld fällig. Möchte man ein Grab auf dem Friedhof bekommt, kann dies nur mit Geld unter dem Tisch geregelt werden. Durch die Schule und Universität kommt man ebenfalls nur, wenn man Lehrern und Professoren verstohlen Umschläge überreicht. Vor vier Jahren flog an der Jura-Fakultät im serbischen Kragujevac eine Affäre auf, bei der zehn Professoren wurden wegen verkaufter Diplome verhaftet wurden. Unter ihnen befand sich auch ein Ex-Richter vom Verfassungsgericht und ein Experte für Organisierte Kriminalität. Keiner der Angeklagte wurde bis heute rechtskräftig verurteilt.
Derzeit gibt es vier Beitrittskandidaten zur Europäischen Union, u.a. auch Kroatien und Mazedonien, aus dem Balkan, bei denen Bestechung „normal“ ist. Doch sind es nicht immer nur die kleinen Dinge des Lebens, die durch Bestechungsgelder manipuliert werden. Auch in der großen Politik ist Bestechung keine Seltenheit. Und solange die Politik hier nicht ihre Ansichten ändert, wird es auch keine Möglichkeit gegen, die Korruption in diesen Ländern auszumerzen.



