News vom 23.08.2010
Ermittlungen gegen ehemaligen Premier von Kroatien eingeleitet
Nun ist auch die kroatische Politik in den Skandal um die Hypo Alpe Adria verwickelt, denn in dem Skandal um die Milliardenverluste der HGAA, wurden nun Ermittlungen gegen den früheren Regierungschef von Kroatien, Ivo Sanader, eingeleitet. Es geht um illegale Provisionen für die Gewährung eines Millionenkredits der früheren BayernLB-Tochter.
Erst im vergangenen Jahr hatte sich der ehemalige Ministerpräsident von Kroatien aus der Politik zurückgezogen. Nun steht er im Verdacht, eine illegale Provision erhalten zu haben, wie die kroatische Wochenzeitung Nacional berichtete, die sich dabei auf Regierungskreise beruft.
Ivo Sanader soll nach Informationen der Zeitung Ende der 1990er Jahre 800.000 DM vom kroatischen Unternehmen Globus Grupa bekommen haben. So sollte sichergestellt werden, dass das Unternehmen von der in Österreich ansässigen Bank einen Kredit in Höhe von vier Millionen DM bekomme. Weiter berichtete die Zeitung, dass Sanader in den 1990er Jahren der HGAA aller Wahrscheinlichkeit dabei geholfen haben soll, überhaupt auf dem kroatischen Markt Fuß fassen zu können. So konnte er eine enge Beziehungen zur HGAA-Führung, vor allem zu deren damaligen Vorstandschef Wolfgang Kulterer, aufbauen. Ende der vergangenen Woche hatte man Kulterer wegen des Vorwurfs der Untreue in Untersuchungshaft genommen. Durch leichtfertige Vergabe von Krediten soll der der Bank einen Millionenschaden zugefügt haben.
Bestätigt wurden die Ermittlungen gegen Sanader allerdings von der kroatischen Staatsanwaltschaft nicht. Diese erklärt nur, dass es eine Zusammenarbeit mit den österreichischen Behörden gäbe, durch die die Bedingungen der Kreditvergabe der HGAA an die Globus Grupa geprüft werden. Bislang sei noch völlig unklar, ob es genügend Beweise gibt, damit gerichtliche Untersuchungen eingeleitet werden können.



